Wednesday 14.11.2018
Hund zeigt Zähne

So wie manche Menschen ihr Herz auf der Zunge tragen, tragen Hunde ihr Herz auf dem Pelz. Hunde drücken ihre Gefühle durch ihre Körpersprache aus – egal, ob es sich um Angst oder Freude, Schmerz oder Spiellust, Enttäuschung oder Erwartung handelt. Die wichtigsten Indizien für die Stimmung deines Hundes liefern Schwanz, Augen, Maul, Ohren oder die gesamte Körperhaltung. Aggressives Verhalten bei Hunden kann viele Ursachen haben. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob aggressives Verhalten wie Knurren oder Zuschnappen nur durch bestimmte Auslöser auftritt oder zum generellen Verhalten des Hundes gehört. Denn auf bestimmte auslösende Gründe wie Stress, Angst oder Hunger kannst du natürlich anders reagieren als auf tiefergehende Ursachen aggressiven Verhaltens.

Erste Vorwarnungen beobachten

Ein gereizter und aggressiver Hund geht in den seltensten Fällen ohne Vorzeichen zu einem Angriff auf einen Menschen oder einen anderen Hund über. Diese Vorzeichen setzen sich zumeist aus ersten Vorwarnungen und indirekten, weniger auffälligen Unmutsbekundungen und ganz direkten Warnzeichen zusammen. Ein Hund, der sich beispielsweise ängstlich duckt und den Blick gesenkt hält, kann potentiell aggressiv und daher gefährlich sein, wenn sich der Grund für seine Angst nicht auflöst. Sein ganzer Körper, von der Haltung seines Körpers und seines Kopfes, bis hin zu seinen Augen, vermittelt Dir die Botschaft: „Tu mir bitte nichts, sonst muss ich dir etwas tun! Lass mich einfach lieber in Ruhe!“ Auch wenn sich dein Hund versteift, zaudernd und zögerlich vor sich hin trottet oder ganz und gar unbeweglich stillstehen bleibt, können dies indirekte Unmutsbekundungen sein. Beobachte deinen Hund also immer sehr aufmerksam, um rechtzeitig zu erkennen, wann er warum auf welche Situation wie reagiert.

Direkte Warnzeichen: Vorsicht!

Ein gereizter bzw. überreizter und dominanter Hund, der tatsächlich zum Angriff übergehen will, da seine indirekten Vorwarnungen beispielsweise ignoriert wurden, wird nun in der Regel recht steifbeinig dastehen und seinen Körperschwerpunkt auf die Vorderpfoten verlagern, um zum Sprung auszuholen. Er wird seine Lefzen hochgezogen haben, die scharfen Zähne fletschend zur Schau stellen und dabei die Ohren aufstellen. Der Schwanz wird dabei steif nach oben aufgerichtet. Das Fell im Nacken und entlang der Wirbelsäule sträubt sich und richtet sich wie ein Kamm auf. Hier ist auf jeden Fall Vorsicht geboten!

Wütender Hund

Aggressives Verhalten verhindern: Frühe Sozialisation

Die sicherste Methode, aggressiven Tendenzen deines Hundes von Anfang an vorzubeugen, ist eine gute und harmonische Sozialisation deines Hundes bereits im Welpenalter. Wenn dein Welpe das erst Mal Bekanntschaft mit der großen weiten Welt macht, kann das für ihn eine aufregende und wunderschöne Erfahrung sein, die seine Neugierde entfacht und Lust auf mehr macht. Je nach Charakter deines Hundes, kann diese erste Erfahrung mit der Welt aber auch äußerst unangenehm, überfordernd oder gar furchteinflößend sein. Neben seinem individuellen Charakter hängt die Art dieser ersten großen Welterfahrung auch davon ab, wie geborgen und sicher sich dein Hund fühlt. Wenn dein Hund bereits von seinen ersten Gehversuchen an häufig von Menschen angefasst wurde und so bereits von klein auf mit verschiedenen Menschen, Orten oder anderen Hunden in Kontakt kam, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dein Hund eher aufgeschlossen und kontaktfreudig durch sein Hundeleben gehen wird. Wenn dein Hund eher isoliert aufwächst, kann es sein, dass er neuen Situationen und unbekannten Menschen und anderen Hunden gegenüber eher mit Misstrauen und Furcht begegnet. Diese Mischung aus Furcht und Misstrauen kann später zu aggressivem Verhalten fühlen, wenn sich dein Hund durch Konfrontation mit ihm unbekannten Situationen gestresst und verängstigt fühlt. Ein zu sehr behütetes und isoliertes Heim bereitet deinen Hund nicht angemessen auf Straßenlärm und die Begegnung mit Menschen und anderen Vierbeinern vor. Sorge also dafür, dass dein Hund schon als Welpe möglichst regelmäßig Kontakt mit Menschen und Hunden bekommt, ohne ihn dabei allerdings zu sehr zu überfordern. Beachte dabei, dass Welpen unter drei Monaten noch nicht auf die Straße oder in öffentliche Parks gehören, da ihr Immunsystem noch nicht ausreichend entwickelt ist, um vor ansteckenden Krankheiten zu schützen. Generell ist es ratsam, wenn sich dein Welpe zunächst mit der Umgebung seines Zuhauses vertraut macht. Dadurch kann er ein Gefühl der Geborgenheit entwickeln, welches die Grundlage für eine gesunde Sozialisation und den Kontakt mit Menschen und Hunden bildet.

Auf aggressives Verhalten reagieren

Nicht alle Hunde haben allerdings eine solche harmonische Sozialisation bereits im Welpenalter erfahren. Fühlt ein Hund sich nun gestresst oder hat Angst, wird er sich in der Regel dadurch zu schützen suchen, indem er einfach den Starken spielt – man kennt dieses Verhalten durchaus vom Verhalten einiger Zweibeiner. Doch hinter all dem aggressiven Knurren und dominanten Zähnefletschen verbirgt sich oftmals ein Hundecharakter, der eben in seiner Welpenzeit keine oder zu wenig Geborgenheit erfahren hat. Als ausgewachsener Hund weiß er dann einfach nicht, wie man sich unter Hunden und Menschen zu verhalten hat – ohne jeden anderen Hund beispielsweise schon von Weitem anzuknurren. Hier ist es ratsam, dass Selbstvertrauen deines Hundes zu stärken, in dem du mit ihm regelmäßig Gehorsamkeit trainierst. Bringe deinem Hund bei, welches Verhalten akzeptabel ist und welches nicht. Begegnet ihr auf der Straße einem anderen Hund und dein Hund fängt sofort an zu knurren, hilft ein direktes kurzes Kommando wie „Nein!“ oder „Aus!“. In solchen Fällen solltest du schnell reagieren, so dass dein Hund sofort versteht, worum es geht. Nur so wird dein Hund verstehen, dass ein Wutausbruch unangebracht ist und bei seinem Boss – also bei dir – gar nicht gut ankommt. Wenn du bereits die Erfahrung gemacht hast, dass dein Hund andere Rüden schlecht tolerieren kann, lasse deinen Hund einen anderen Rüden nicht direkt beschnuppern – oder zumindest nur äußerst vorsichtig! Wenn dein Hund nervös auf lärmende oder übermütige Kleinkinder reagiert, meide mit ihm Spielplätze. Oder lasse ihn sicherer Entfernung „Sitz!“-machen, so dass er sich langsam an die Situation gewöhnen kann. Der Schlüssel liegt in der geduldigen Wiederholung unbekannter Situationen und Konfrontationen. Dein Hund muss lernen, auch auf Neues nicht aggressiv zu reagieren.

Mit der Spoggy-App für leidenschaftliche Hundebesitzer bleibst du auch in Krisensituationen entspannt: Ab sofort zum Download für Android oder iOS

Die Spoggy-Grafik zum Artikel als Download:

Spoggy - Tipps zum Umgang mit aggressiven Hunden

Alle Hundeplätze auf einen Blick! Unsere neue App!

Jetzt Spoggy Downloaden